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Haiti
Sie wissen ja, dass ich wie ein Küstenadler in seinem Horst vor meinem Türmli ( http://www.swissfot.ch/
htm_public_d/basis/Presse-
Mein_Tuermli.htm ) sitze und die Küstenebene beobachte. Hier entgeht mir nichts, auch wenn meine Augen nicht mehr mit denen des Adlers mithalten können. Heute früh erschrak ich nicht schlecht, knapp vor der Küste einen braunen Strom zu entdecken, der scheinbar
das smaragdgrüne Meer zweiteilte und nach einigen hundert Metern verschwand. Es war nicht schwer zu erraten, dass das Projekt eines Kanals vollendet war, an dem der Staat jahrelang gebaut hatte um den Wasserhaushalt zu regulieren,
künftige Überschwemmungen zu vermeiden, dosiertes Wasser für die Reisfelder abzuzweigen und den Hunger zu bekämpfen.
Ein stehen gelassener Erddamm des Flussbettes wurde offensichtlich heute früh durchbrochen, der Fluss ist umgeleitet und strömt jetzt durch den Kanal ins Meer. Da es in den Bergen ausgiebig geregnet hatte, war das Wasser braun vor Sand
und Schlamm und transportierte seine Fracht ins Meer, seine markante Spur hinterlassend.
Einen Durchbruch erreichte nicht nur das Wasser des Flusses von Gressier, Durchbrüche gelangen auch in tausenden von Projekten im Land, meist finanziert durch die internationale Staatengemeinschaft.
Der grösste Durchbruch ist aber zweifellos, dass es, allen Meckerern und Ignoranten zum Trotz, gelungen ist, den seit Jahrhunderten grassierenden Unstaat zu einem ernstzunehmenden Land zu entwickeln.
Gerade heute ist Bill Clinton in der Stadt, mit Dutzenden von Investoren, Politikern und Spezialisten, und erhebt seinen Mahnfinger: er lobt zwar die Unterstützung von Ländern wie Kuba und Venezuela für das ärmste Land in Lateinamerika ( der Präsident von Venezuela, Hugo Chávez, habe allein US $ 87 Millionen
für
Haiti gespendet, und Kuba unterstütze das Land mit Ärzten und
Mediamentenlieferungen ), und die USA und Frankreich seien die
einzigen Länder, die ihren Zahlungsverpflichtungen bisher nachgekommen seien.
Das UNO-Mandat für Haïti läuft eigentlich diesen Monat aus, einen Abbruch sähe ich als Katastrophe. Die MINUSTAH sollte allermindestens bis zum Ende der Wahlen 2010 auf Haiti bleiben, da die Sicherheitslage in dieser Zeit äußerst prekär sein wird.
Die
französischen und brasilianischen Außenminister betonen, dass eine
Verlängerung des Mandates vom Willen des haitianischen Volkes
abhängig sei, aber leider äussert die Zivilbevölkerung ihre Vorbehalte zu einer Verlängerung des Mandats der UN-Mission.
Laut einer Umfrage, durchgeführt von der französischen Zeitung Le Matin, bezweifeln viele die Notwendigkeit, das Mandat zu
verlängern. Es ist höchste Zeit, dass das Land endlich nicht mehr besetzt ist und dass die Haitianer für ihre eigene Sicherheit selbst verantwortlich sind. "Es sind ihre eigenen Angelegenheiten ", sagt ein Lehrer.
Sein größter Wunsch ist es, dass das Land sich eigenständig um Aufgaben der nationalen Sicherheit kümmert. "Die Anwesenheit von UN-Truppen auf Haïti sind ein Affront gegen die nationale Souveränität", sagte ein Student an einer privaten Universität in der Hauptstadt Port au Prince.
Auch mehrere Parlamentarier sind dieser Meinung. Alle Befragten glauben jedoch, dass die UN-Soldaten zur Stabilisierung der
Sicherheitslage im Land beigetragen haben, insbesondere in Port -au-Prince.
Nach diesen Gedanken zu "Durchbrüchen" nun solche zu "Einflüssen". Das Bild ist ein schönes Beispiel dass diese ihre Spuren hinterlassen. Das Süsswasser aus den Bergen fliesst ein in einen "Vorfluter", hier ins Meer. Es schleppt Schlamm
und Schutt mit sich und lagert diese ab.
Es entsteht ein Schuttkegel oder ein Delta, aus Berg wurde Meeresgrund oder Tal.
Auch die Hilfen der fremden Länder, dass Herr Clinton Länder wie beide Chinas nicht erwähnt ist schade, aber irgendwie begreiflich, bringen Einflüsse, verändern Macht und Kultur, Einflüsse können alles verändern. Wahrscheinlich kämpfen die
Helfer, etwa USA, China A und China B, Frankreich und andere, für ihre Einflüsse. Auf dem Rücken von Hunger und Armut.
Ein Beispiel: China A und China B sind Todfeinde, man weiss. Beide haben den Hungernden und Armen sehr viel geholfen, ohne
jetzt gerade zu fragen "Mit welchen Hintergedanken ?". Vor einiger Zeit
hat China A China B gedrohnt, die Hilfe einzustellen,ansonst würde sich das andere China aus Haïti zurückziehen. Grossmacht-Politik auf dem Rücken von Hunger und Armut...
Pardon, ich kann das Meckern einfach nicht lassen - auch wenn man mich soeben rausgeschmissen und abgestellt hat
( Frage an Micha: Bin ich bei HispaniolaNews gegen Rausschmiss und Maulkorb abgesichert ?
http://www.swissfot.ch/
htm_public_d/Basis/Presse-
Maulkorb.htm Maulkorb verpasst ).
Nach Gedanken zu "Durchbrüchen" und "Einflüssen" nun solche zu "Durchmischung". Beginnen wir wieder mit dem Bild,
diesmal ein Beispiel dafür wie Spuren "verschwinden". Heute, 1 Tag später, sieht man die braunen Streifen im Meerwasser nicht mehr. Sie sind "verschwunden". Das Süsswasser aus den Bergen ist zu Meerwasser geworden. Wie Abwasser-Gift
aus einem Industriebetrieb nur noch tote Fische und leblose Korallenriffe hinterlässt. Von weitem sieht man wieder das blaugrüne Meer. Das Meer ist wieder "sauber".
Haïti wohl auch,
Zwei Etagen unter mir horsten zwar keine Küstenadler, aber endlich wieder zwei Schleiereulen, denn ich sehe die riesigen Vögel in dunkler Nacht gelegentlich ein- und ausschweben. Sie entfernen sich für alles was Spuren macht, um ihren Horstort ja nicht zu verraten.
Die wissen in Haïti zu leben ! Nach vielen Jahren der Abwesenheit entdecken sie endlich wieder einen vergessenen Freund, der einst für sie eine doppelte Decke baute und einen Hohlraum liess, der grösseren Vögeln als
Bleibe dienen konnte. In Monaten werden wohl wieder zwei Winzlinge kreischen und mir ihre Geschichten erzählen, die ich dann natürlich in einer neuen Kolumne an Sie weitergebe !
( Mehr:
http://www.swissfot.ch/
htm_public_d/Basis/Presse-
Durchbruch.htm Der Durchbruch ist erfolgt
Siehe auch:
http://www.swissfot.ch/
htm_public_d/basis/Presse-
Kuestenebene.htm Spekulanten beschleunigen den Hungertod
http://www.swissfot.ch/
htm_public_d/basis/Presse-
Bauernaufstand.htm Die Bauern proben den Aufstand
http://www.swissfot.ch/
htm_public_d/basis/
artikel_datum.htm Andere Artikel )
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